Positives Denken, was heißt das eigentlich? Teil 1

Unter positivem Denken verstehen wir in der Regel unsere Wünsche positiv auszudrücken. Wer sich zu dick findet, soll sich laut oder in Gedanken sagen „Ich bin schlank, ich bin schlank“ und wer gerne mehr Geld haben möchte, dem empfehlen Anhänger des positiven Denkens Affirmationen wie „Ich leben in Fülle“ oder „Ich bin reich“. Doch was soll es bringen sich die Dinge schön zu reden? Kein Wunder also, dass viele von uns der Theorie des positiven Denkens eher skeptisch gegenüberstehen.

Doch könnte die Skepsis auch daher rühren, dass wir nicht verstanden haben, was sich eigentlich hinter der Lehre des positiven Denkens verbirgt?

Gehen wir der Sache einmal auf den Grund und überlegen wir, wie wir diese Theorie auch noch auslegen können.

Optimistische Lebenseinstellung

Vielleicht versteckt sich hinterm positiven Denken ja auch die Empfehlung zu einer optimistischen Lebenseinstellung? Es liegt schließlich im Auge des Betrachters, wie die Dinge wahrgenommen werden. Worunter der eine leidet, kann sich für einen anderen ein tieferer Sinn offenbaren.

Wenn wir den Job verlieren, der Partner uns verlässt oder eine Rechnung im Briefkasten landet, dann hängt es entscheidend von unserer Einstellung ab, wie wir damit umgehen. Entweder verzweifeln oder frustrieren an Dingen, die uns erst einmal unangenehm erscheinen. Oder aber wir hoffen auf einen verborgenen Sinn. Das ändert zwar nichts an den objektiven Gegebenheiten, wirkt aber völlig unterschiedlich auf unser Wohlbefinden.

Anstatt uns in destruktiven Gefühlen wie Hoffnungslosigkeit, Wut oder Selbstzweifel zu verlieren, hilft es auf einen tieferen Sinn zu vertrauen. Wenn der Job gekündigt wurde, findet sich vielleicht bald ein besserer. Und wenn der Partner uns verlässt, können wir die Gelegenheit nutzen um einmal über uns selbst zu reflektieren. Vielleicht haben wir ja auch selbst einen Beitrag zum Scheitern der Beziehung geleistet? Natürlich schmerzt die Trennung dann immer noch, doch anstatt daran zu verzweifeln, nutzen die Chance uns weiterzuentwickeln um in einer neuen Partnerschaft nicht wieder den selben Problemen zu begegnen.

Jede Situation lässt sich aus mehreren Blickwinkeln betrachten. Wir selbst entscheiden, ob wir das Glas halb voll oder halb leer betrachten wollen. Wenn wir wieder darauf vertrauen, dass hinter allem ein tieferer (wenn auch für uns momentan verborgener) Sinn verborgen liegt, dann hilft uns das, die Dinge gelassener anzugehen und trägt erheblich zu unserem Wohlbefinden bei.

Legen wir die Theorie des positiven Denkens also so aus, dass wir uns in einer optimistischen Lebenseinstellung schulen und uns so auf die positiven Aspekte einer Situation ausrichten bzw. auf das Gute hinter allem zu vertrauen, dann macht die Sache mit dem positiven Denken auf einmal Sinn.

Artikel von Gastautorin Marion Selzer von www.inspiriert-sein.de

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